Ingo Gerken – The Minimal Input

Zwischen Buchseite und Objekt entsteht bei Ingo Gerken ein stiller Widerstand.THE MINIMAL INPUT verdichtet minimale Eingriffe zu präzisen Setzungen: Alltägliche Dinge treffen auf reproduzierte Kunstgeschichte, verschieben Bedeutungen und öffnen das Kunstbuch als offenen Denkraum. In …

Veröffentlicht am 22. Januar 2026 · von KUNSTLEBEN BERLIN

Ingo Gerken – The Minimal Input
Zwischen Buchseite und Objekt entsteht bei Ingo Gerken ein stiller Widerstand.
THE MINIMAL INPUT verdichtet minimale Eingriffe zu präzisen Setzungen: Alltägliche Dinge treffen auf reproduzierte Kunstgeschichte, verschieben Bedeutungen und öffnen das Kunstbuch als offenen Denkraum. In der Galerie Kuckei + Kuckei entfalten Gerkens Bibliosculptures ihre Wirkung genau dort, wo Lesen, Sehen und Wissen ineinandergreifen – leise, klug und mit subversiver Klarheit. Die Ausstellung „THE MINIMAL INPUT“ des Künstlers Ingo Gerken eröffnet in der Galerie Kuckei + Kuckei, Berlin. Die Werkserie „Bibliosculptures“ von Ingo Gerken führt visuelle Dialoge mit internationalen Buchveröffentlichungen zur aktuellen Kunstgeschichte. In öffentlichen Kunstbibliotheken entstehen temporäre Objekt-Interventionen, die direkt in den Büchern stattfinden und so Kontakt mit dort abgedruckten Werken aufnehmen. Dabei kommt es zu einer Koexistenz von Ding und Bild, zu einer perspektivischen Verschmelzung, zum assoziativen Austausch oder zum formal-ästhetischen Übersprung. An der Schnittstelle von künstlerischem Alltag und kunstwissenschaftlicher Recherche werden ausgewählte Bücher zum erweiterten Spiel- und Rezeptionsraum: Triviale Gegenstände treffen auf bedeutende Kunstwerke und verschieben so die Maßstäbe zwischen Diskurs und banaler Realität. Kunst und Kunstbuch werden aus neuen Perspektiven zugänglich. Ingo Gerken erzeugt in seinen Fotografien flüchtig-skulpturale Konstellationen im Spannungsfeld von Repräsentation, Referenz und Resistenz, die auch das Verhältnis von Urheberschaft und künstlerischer Aneignung befragen. Er begreift die abgebildeten Kunstwerke dabei immer auch im Kontext ihrer publizistischen Vervielfachung und versteht das aufgeschlagene Buch als gedanklich offenes Gelände für poetische Erweiterung oder systemkritischen Kommentar. Die Arbeiten sind skulpturale Behauptungen und kontextuelle Verknüpfungen zwischen Hommage und Subversion. Sie finden direkt und unmittelbar an und mit ihrer literarischen Quelle statt, wo sie „vor Ort“ bildräumlich komponiert und fotografisch dokumentiert werden. Ingo Gerken (*1971 in Lippetal) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte von 1995-2000 Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und Environmental Art an der Glasgow School of Art. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet (u.a. Stiftung Kunstfonds, Akademie der Künste, Neuköllner Kunstpreis) und in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Zur Zeit sind aktuelle Arbeiten von ihm auch in der Ausstellung „Out of the Box – 75 Jahre Archiv der Akademie der Künste“ in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz zu sehen (bis 18. Januar 2026).

INGO GERKEN – THE MINIMAL INPUT

28. November 2025 – 31. Januar 2026 Kuckei + Kuckei